Buchempfehlung
Gaviotas: Ein Dorf erfindet die Welt neu
Alan Weisman

Llanos – so heißt die weite tropische Hochebene östlich von Bogotá. In dieser unwirtlichen, vom Drogenkrieg gepeinigten Gegend ist Leben kaum möglich. Und doch entsteht hier unter Anleitung mutiger Wissenschaftler in den Siebzigerjahren eine praktische Utopie: ein Dorf, das sich aus eigener Kraft komplett selbst versorgt, erneuerbare Energie gewinnt, Wasser aufbereitet, den Regenwald aufforstet, Getreide anbaut und keinerlei Hilfe von außerhalb akzeptiert. Bis heute steht der Name des Dorfes weltweit für nachhaltige Entwicklung: Gaviotas. Alan Weisman hat ein Buch voll Hoffnung geschrieben, denn es zeigt, was wir im Angesicht von Klimawandel und Energiekrise zu vergessen scheinen: Wir kennen die Lösungen für viele Umweltprobleme. Wir müssen nur den Mut haben, sie in die Tat umzusetzen. »Möge dieses Buch eine Million Leser finden« (Charles Bowden).
Forum Innovativ – Rote Fabrik Zürich
Freitag, 20. April | 20:00-22:00 Uhr
Dr. Daniel Fels
Der Lauf der Evolution
Wandel der Gedanken zum Gedanken des Wandels
Evolution bezieht sich auf die Nicht-Konstanz der Lebensformen und war im europäischen Kulturraum 1809 von Lamarck erstmals theoretisch, d.h. im Sinne eines Erklärungsversuches, beschrieben worden. 1859 folgte Darwins Theorie, welche als konsequentes Abbild des philosophischen Materialismus – ungerührt der Tatsache, dass ein feines Band des Vitalismus’ ständiges Geleit gab – die Evolutionslehre bis heute dominiert. Ein zentrales Problem mit dem Darwinismus stellt der Umstand dar, dass die Theorie dergestalt zur Tatsache erhoben wurde, dass ihre Falsifizierung scheinbar nicht angestrebt werden muss. Im Kern geht die Theorie von einem zufälligen und ziellosen Wandel aus, was sich auch in eine Sinnlosigkeit des Ursprunges übersetzen lässt: Das Gegenteil, sinnvoller Wandel, implizierte etwas Sinngebendes, etwas, das wir auch mit Intelligenz verbinden können in dem Sinne, als dass Gegebenheiten dergestalt verknüpft werden, dass das Ergebnis in einen angepassten Bezug zu diesen Gegebenheiten gebracht werden kann. Tatsächlich werden Stimmen, die von Intelligenz bereits auf dem Niveau der Zellen sprechen, seit rund hundert Jahren laut: Ein Forschungsprogramm, das explizit nach Intelligenz auf dem Niveau der Zellen fragt, existiert aber nicht. Ein Umstand, der auch damit zu tun hat, dass es als verklärte, unwissenschaftliche Schwärmerei abgetan werden kann nach Sinn oder Intelligenz in Lebensprozessen zu fragen, wobei die Tatsache verkannt wird, dass wir bis heute nicht wissen, ob bereits Zellen (und nicht erst Nervensysteme) Einflüsse der Umwelt mit Gegebenheiten des Cytoplasmas sinnvoll, also intelligent, verrechnen können, oder, wir des Weiteren ebenfalls nicht wissen, wie epigenetische Veränderungen organisiert werden. Die Komplexität der Zellprozesse ist dergestalt, dass zu deren Erklärung mittels eines Vergleiches oft komplexe von Menschen gestaltete Systeme herangezogen werden, Systeme, die notament sinnvoll und zielgerichtet eingerichtet wurden, was uns zu einem Widerspruch zwischen unserem Verstehen von kultureller und biologischer Evolution führt. Abschliessend sei hervorgehoben, dass der Begriff Evolution ursprünglich für die Ontogenese, also den Entwicklungsprozess von der befruchteten Zelle zum ausgereiften Organismus, gebraucht wurde. Bis heute verstehen wir dabei nicht, was dem Organismus dabei die Form gibt. Es folgt, dass wir das Leben in der Gegenwart noch viel zu wenig verstehen, um darauf Behauptungen – egal welcher Art – über den Ursprung zu erstellen. Ein Programm, das sich mit der Entwicklung des Lebens beschäftigt, muss zwangsläufig das Leben in seiner Gegenwart studieren. Wir tun dies ja bereits, doch überprüfen wir dabei noch nicht die These von der Sinnlosigkeit des Lebens, die ja in krassestem Widerspruch zu allem steht, was wir Menschen so den ganzen Tag tun, oder?
Livestream ab 20 Uhr unter http://ulysses.dock18.ch/
Life, the Universe and Nothing
Lawrence Krauss is a professor in the Department of Physics at Arizona State University. His lecture entitled Life, the Universe and Nothing was recorded at the Isabel Bader Theatre in Toronto on March 27th, 2009.
Licht aus Vakuum erzeugt
Laut der Quantenfeldtheorie ist das Vakuum alles andere als leer – ständig bilden sich dort so genannte virtuelle Teilchen, die kurz darauf wieder verschwinden. Wissenschaftler um Christopher Wilson von der Technischen Hochschule Chalmers im schwedischen Göteborg haben nun erstmals einige solcher virtuellen in reale Photonen, also messbares Licht, umgewandelt.
Der Physiker Gerald Moore hatte bereits 1970 vorgeschlagen, dass dieses Phänomen auftreten sollte, wenn virtuelle Photonen von einem nahezu lichtschnellen Spiegel abprallen. “Da es unmöglich ist, einen Spiegel schnell genug zu bewegen, haben wir eine andere Methode entwickelt”, erklärt Koautor Per Delsing von der Technischen Hochschule Chalmers. Anstatt den räumlichen Abstand zu einem echten Spiegel zu ändern, manipulierten die Forscher in ihrem Experiment die elektrische Länge in einem Wellenleiter. Für virtuelle Lichtteilchen bietet dies dieselben zeitlich variierenden Randbedingungen wie bei einem genügend schnell bewegten Spiegel, schreiben Wilson und seine Kollegen.
An einem Ende des Wellenleiters montierten sie dafür ein quantenelektronisches Bauteil namens SQUID (Superconducting Quantum Interference Device), das äußerst empfindlich auf Magnetfelder reagiert. Indem das Team die Richtung eines angelegten Magnetfelds nun mehrere Milliarden Mal pro Sekunde änderte, schwang der fiktive Spiegel mit einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Prozent der Lichtgeschwindigkeit hin und her. Einen Teil seiner kinetischen Energie übertrug er dabei auf virtuelle Photonen, die daraufhin gewissermaßen materialisierten.
Am offenen Ende des Wellenleiters konnte die Forschergruppe die Photonenpaare aus dem Vakuum dann tatsächlich in Form von Mikrowellenstrahlung messen. Die Frequenz der Photonen entsprach etwa der Hälfte der Schwingungsfrequenz des fingierten Spiegels – genau wie von der Quantentheorie vorhergesagt, berichtet Delsing. In verschiedenen Tests schlossen die Wissenschaftler andere mögliche Quellen für die nachgewiesenen Photonen, wie beispielsweise thermische Strahlung, aus. Man habe also tatsächlich den von Moore beschriebenen dynamischen Casimir-Effekt beobachtet.
Neben Photonen existieren auch andere virtuelle Teilchen im Vakuum, etwa Elektronen oder Protonen. Da Lichtquanten keine Masse besitzen, sei relativ wenig Energie erforderlich, um sie aus ihrem virtuellen Zustand heraus anzuregen und so in einen realen, messbaren Zustand zu überführen, berichten die Forscher. Im Prinzip könne man durch entsprechende Energiezufuhr aber auch andere Partikel aus dem Vakuum erzeugen.
Quelle: Spektrumdirekt