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Forum Innovativ – Rote Fabrik Zürich
Mittwoch, 16. November | 20:00-22:00 Uhr
Axel Malik
Das Reich der Zeichen – Die skripturale Methode und das Konzept der Osmosphere. Reflexionen nach Roland Barthes über die Kräfte und die Veränderungsprozesse vor dem Erscheinen von Sichtbarkeit. Vortrag – Installation – Performance – Diskussion
Abstract:
Die Autonomie der Schreibbewegung bedeutet mir zunächst, dass ich die Zeichen als von mir unabhängig erfahre. Ihre Unabhängigkeit erkenne ich daran, dass sie sich selbst hervorbringen, die Bewegung strukturiert und formt sich auf Grund einer Eigengesetzlichkeit, die in der Sache begründet ist.
Diese Unabhängigkeit macht sie in einem gewissen Sinne auch unzugänglich. Obwohl das Handschriftliche allgemein als die subjektivste Spur und der individuellste Ausdruck einer Person angesehen wird, scheint sich in den komprimierten Netzen autonomer Schreibbewegung das individuelle Selbst aufzulösen. Die Originalität und Individualität kommt allein auf Seiten der Bewegung zum Tragen, während das individuelle Subjekt keinen Halt mehr darin findet. Es kommt mehr auf einen zu, als man selbst hineinlegen kann. Die autonome Skriptur geht von sich aus viel unmittelbarer und intensiver auf Sendung. (Interview 2004, SWR Studio Freiburg)
Das Konzept der Osmophere (Axel Malik u. Matthias Heipel) richtet die Aufmerksamkeit auf die Details und die Zusammenhänge, die unsere Sichtweise entregeln können und die vordergründig unspektakuläres, oder nebensächlich Unauffälliges ins Zentrum setzen und die etwas völlig Normales, alltäglich vertrautes und selbstverständliches in etwas nicht-Selbstverständliches drehen, in etwas, das bei genauerem Beobachten schwebend-ungesichert und unerwartet-losgelöst ist oder von verstörend bodenloser Leere. Und das gleichzeitig, wie eine übersehene oder verhüllte Seinszone ins Auge kommt.
Ist es möglich, durch diesen Schwebezustand bis zur Rückseite der Realität zu gelangen, wo die Dinge und Beziehungen von anderer Art sind? Biegt sich dort ein doppelter Boden auf, eine Resonanzfläche, die an und in den Dingen, eine Intensität, ein grenzenloses Potenzial und ein fortwährend oszillierendes Beziehungsgeschehen sichtbar macht?
An diesem Brennpunkt kommt es zu einer Wahrnehmungsverschiebung oder einem Wahrnehmungsumschwung, weil man nicht von außen auf die Strukturen schaut, sondern in ihre Haut schlüpft.
http://www.die-skripturale-methode.de
http://www.osmosphere.net
Livestream ab 20Uhr unter: http://www.ustream.tv/channel/forum-innovativ
Forum Innovativ – Rote Fabrik Zürich
Mittwoch, 2. November | 20:00-22:00 Uhr
Dipl.-Phys. Dirk Schadach
Klassische Formen der Energieerzeugung und erweiterte Prinzipien innovativer Energieumwandlung
Ausgehend von der Entwicklung der Dampfmaschinen im 18. und 19. Jahrhundert entstand in der damals jungen Wissenschaft (nach der französischen Revolution und der Aufklärung) ein einfaches und sehr materielles Vorstellungsbild unserer Welt und des Universums. Das Sonnensystem mit seinen Planeten wurde als großes mechanisches Uhrwerk aufgefasst und alle Vorgänge in der Natur (einschließlich der Lebewesen) wurden entsprechend auf ihre mechanischen Funktionen reduziert. In der Wissenschaft entstand die Wärmelehre (Thermodynamik), mit der sich die erstaunliche Kraftgewinnung und Energie“erzeugung“ erklären und berechnen ließ. Auf die Dampfmaschine folgten die Verbrennungsmotoren (Otto, Diesel) und nahezu zeitgleich die Elektrische Energietechnik mit den stromerzeugenden Generatoren und den kraftbereitstellenden Elektromotoren. Das zuvor entstandene mechanistische Weltbild wurde davon kaum beeinflusst. Erst mit der Entwicklung der Relativitätstheorie (Minkowski, Lorentz, Einstein, Kaluza) und der Quantenphysik (Planck, Bohr, Schrödinger, Heisenberg usw.) am Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden erste Risse in der Fassade des mechanistischen Weltbildes. Diese Risse wurden in den folgenden Jahrzehnten tiefer, erreichten jedoch kaum das gesellschaftliche Bewusstsein. So halten wir es beispielsweise heute noch für völlig selbstverständlich, dass die Energieversorgung und die Energieumwandlung allein an den sog. „Hauptsätzen der Thermodynamik“ ausgerichtet ist und bemessen wird. Außerhalb des Mainstreams entstanden aber in den letzten 100 Jahren eine Reihe von Erfindungen auf dem Gebiet der Energie“erzeugung“, die in Übereinstimmung sowohl mit gesicherten, etablierten als auch mit neuen physikalischen Erkenntnissen stehen. Damit könnte das bisher dominierende mechanistische Weltbild von einem neuen „energetischen Weltbild“ abgelöst werden.
Der Vortrag gibt einen Überblick über neueste Entwicklungen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energietechnologien (Blockheizkraftwerke, Biotechnologie u.a.) und führt in einem weiteren Schritt in die Forschungsarbeiten des grossen Pioniers der Elektrotechnik – Nikola Tesla (1856-1943) – zur sog. Raumenergie-Konverter-Technik ein, die seit etwa 30 Jahren auch im deutschsprachigen Raum lebhaft diskutiert werden.
Livestream ab 20 Uhr: http://ulysses.dock18.ch/veranstaltungen/grundlagen-der-physik/
Forum Innovativ – Rote Fabrik Zürich
Mittwoch, 19. Oktober | 20:00-22:00 Uhr
Dipl.-Ing. (FH) Felix Scholkmann
Neue Erkenntnisse und innovative Ansätze aus dem Bereich der Naturwissenschaften. Teil 1
(1) Neutrinos: schneller als Licht? Eine Übersicht über die neuen Ergebnisse des OPERA-Experiments. (2) Neuer Test bestätigt Vorhersage der Modifizierten Newtonschen Dynamik (MOND). (3) Radioaktiver Fallout des Fukushima-Unglücks gemessen in Seattle, USA. (4) Neue Zusammenhänge zwischen Ernähungsgewohnheiten und der Entwicklung von ADHS. (5) Änderungen in der Ionosphäre als Vorhersage für Erdbeben? Eine neue Studie erbringt neue Erkenntnisse.
Live-Stream ab 20 Uhr: http://ulysses.dock18.ch/veranstaltungen/grundlagen-der-physik/
Forum Innovativ – Rote Fabrik Zürich
Mittwoch, 5. Oktober | 20:00-22:00 Uhr
Dr. Andreas Hellmann
Rhizome-Studies III
Nach einer kurzen Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus den beiden ersten Vorträgen zur Rhizom-Thematik geht
es in dieser ersten Veranstaltung im neuen Semester um eine detaillierte Betrachtung der Entstehungs- und Ausbildungsphase von Rhizomen / neuen Netzwerkstrukturen und die Frage, wie Rhizome erhalten werden können.
Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Tragfähigkeit, der Stabilität und des Verhältnisses eines Individuums zu anderen Individuen in rhizomatischen Strukturen.
Livestream ab 20 Uhr: http://www.tv.dock18.ch/wp/
Forum Innovativ – Rote Fabrik Zürich
Mittwoch, 8. Juni 2011 | 20:00-22:00 Uhr
Dr. Daniel Fels
Elektromagnetische Information und Zellteilung bei Paramecien
Abstract: Physikalische Signale erlangen gegenüber chemischen Signalen mehr und mehr Aufmerksamkeit. Wir unterscheiden drei Formen des physikalischen Informationstransfers, nämlich vermittelt durch elektrischen Strom, elektromagnetische Wellen oder Schallwellen. Die physikalischen Signale des Einzellers Paramecium caudatum sind höchstwahrscheinlich elektromagnetischer Natur (Photonen). Wenn wir von elektromagnetischen Signalen sprechen, müssen wir zwischen Ursache und Bedeutung der Signale unterscheiden. Die hier vorgestellten Untersuchungen beziehen sich auf die Bedeutung der Signale in Abhängigkeit von Zelldichten, -wachstum und -mortalität. Eine der Herleitungen ist die, dass Paramecien ihre Populationsdichten elektromagnetisch regulieren und wir daher auch von optischem quorum sensing sprechen. Es gibt Hinweise, dass Paramecien auch die elektromagnetischen Wellen ihrer Umwelt wahrnehmen, also nicht nur jene ihrer Artgenossen, und dass sie sich mit diesen Wellen verhängen. Dies könnte die Beobachtung erklären, dass nur eine von zwei zueinander exponierten Zellpopulationen eine elektromagnetische Beziehung aufbaut, während die zweite von anderen Umweltfaktoren abhängt. Diese Eigenart der zwei Zellpopulationen wird mit dem Verhalten von zwei Photonen in einem typischen 2-Quanten Verschränkungsexperiment verglichen.
Erste Ergebnisse von Effekten bedingt durch Rädertierchen (Rotatoria) – also vielzelligen Organismen, die zudem die gleichen Grössen wie Paramecien haben – zeigen, dass das Zellwachstum der Paramecien positiv korreliert ist mit den Veränderungen in der Popualtionsdichte der Rädertierchen. Zukünftige Experimente werden diskutiert hinsichtlich derer Voraussagekraft ebenso wie nicht-invasiver Methodik.
Lit.: Fels, D. (2009). Cellular communication through light. PLoS One, 4 (4), e5086 [pdf]
Zum Referenten: Daniel Fels, Dr. sc. nat., Biologe, Basel)
Livestream unter: http://www.tv.dock18.ch/wp/